#3 MONTAGSPOST – HOMEOFFICE

Quelle: Pixabay

Na, heute gut aus dem Bett und zur Arbeit gekommen? Oder musstest du dafür nur aus dem Bett fallen? Für manche ist der tägliche Weg zur Arbeit nur vom Schlafzimmer bis zum heimischen Schreibtisch. Für andere ist das Homeoffice eine wunderbare Option zum Büro, wenn die Telefonkonferenz bis sieben Uhr abends gehen soll, man sich so den späten Heimweg erspart oder man in Ruhe an einem Projekt arbeiten möchte.

Homeoffice bringt viele Vorteile mit sich. Rückzugsmöglichkeit aus dem Großraumbüro-Trubel, konzentriert und ungestört arbeiten können, zwischendurch die Handwerker reinlassen oder das kranke Kind versorgen. Auch für Arbeitgeber hat es gute Seiten. Heimarbeit kann beispielsweise Büroraumbedarf reduzieren durch Aufteilung von Arbeitsplätzen auf mehrere Mitarbeiter und somit Kosten einsparen.

Trotz alldem, das Arbeiten von zu Hause – nicht jedermanns Sache. In vielen Ländern ist es Normalität, in den Niederlanden sogar seit Juli 2015 Rechtsanspruch. Die Deutschen allerdings nutzen im Gegensatz zu vielen anderen europäischen Ländern das Homeoffice weniger intensiv. Hier arbeiten derzeit nur rund 12% der Erwerbstätigen, davon ca. 8% abhängig Beschäftigte, gelegentlich oder vorwiegend von zu Hause. Zudem ist die Heimarbeit laut dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung seit 2008 rückläufig – trotz steigender technologischer Möglichkeiten, den Arbeitsplatz außerhalb des Unternehmens zu legen. Gründe für den Rückgang liegen möglicherweise in der sogenannten Präsenzkultur der Deutschen oder in der Angst um den Arbeitsplatz infolge der Finanzkrise, wenn man nicht physisch in der Firma anwesend ist.

Aber auch Unternehmen selbst tun sich oft schwer mit dem Thema und bieten das Arbeiten von zu Hause erst gar nicht an. Auch kann sich innerhalb eines Unternehmens die Einstellung zum Homeoffice unterscheiden. In der einen Abteilung sieht es der Chef überhaupt nicht gern und die Heimarbeit wird nur in Ausnahmefällen und auf Antrag genehmigt. In anderen Bereichen hingegen ist der Freitag fest eingeplant für das Arbeiten von zu Hause.

Manche können sich einfach nicht vorstellen, ihre Arbeit im privaten Umfeld zu erledigen und für viele klingt Homeoffice nach faulenzen und nichts tun, den PC nur pseudomäßig an haben und alles Mögliche tun, nur nicht arbeiten. Nur wer physisch im Büro erreichbar ist, arbeitet auch tatsächlich. – Nicht. Sind Arbeitsergebnisse etwa Arbeitsort- und zeitabhängig? Permanente Präsenz am Bürotisch ist noch lange keine Garantie für gemachte oder gute Arbeit. Nicht, dass ich aus Erfahrung sprechen würde und ich gehe auch mal davon aus, dass du diesen Artikel nicht gerade während deiner Arbeitszeit liest 😉

 

Zugegeben, Homeoffice erfordert eine bestimmte Disziplin und nicht jeder schafft es, zu Hause so produktiv und gewissenhaft zu arbeiten wie vielleicht auf der Arbeit in Anwesenheit der Kollegen. Damit aus Homeoffice aber nicht Horroroffice wird, kann dir vielleicht einer dieser Tipps helfen:

  1. Schaffe dir einen anständigen Arbeitsplatz

Mit Laptop auf dem Wohnzimmertisch zwischen Zeitschriften und Pizzakarton vom Vorabend lässt es sich garantiert weniger gut arbeiten als an einem anständigen und aufgeräumten Schreibtisch. Schaffe dir einen Arbeitsplatz, an dem du dich gerne aufhältst und du nicht abgelenkt wirst.

  1. Sorge für eine ruhige Umgebung

Wenn du dein Homeoffice für den Tag planst, an dem die Nachbarn ihre Renovierungsarbeiten durchführen wollen, dann wundere dich nicht, dass du dich nicht konzentrieren kannst und suche dir entweder einen anderen Tag für das Arbeiten von zu Hause oder einen Platz, wo du den Lärm nicht mitbekommst, wenn du auf Heimarbeit angewiesen bist.

  1. Eingesparte Anfahrtszeiten nutzen

Durch den verkürzten Weg vom Bett zum Arbeitsplatz hast du in der Regel eine Menge Zeit gespart, die du z. B. für länger schlafen oder ein ausgiebiges Frühstück nutzen kannst mit Zeitung oder dem Montagspost lesen (das sollst du schließlich nicht während der Arbeit machen), um entspannt den Morgen zu beginnen.

  1. Raus aus dem Schlafanzug oder den Boxershorts

…und rein in etwas, was du auch in der Öffentlichkeit, im Büro tragen würdest. 1. Bist du trotzdem „auf der Arbeit“. 2. Bringt es dich erst gar nicht in den Gammel-Modus, sondern versetzt dich in den Arbeitsmodus und 3. die Geschichten über Menschen, die während Videokonferenzen aufgestanden und untenrum in Unterhose zu sehen sind, kommen nicht von ungefähr.

  1. Erst die Arbeit, dann das Vergnügen

Erledige alles, was du innerhalb 2 Minuten abarbeiten kannst sofort und nehme dir vor, alle nervigen und unschönen Arbeiten vor der Mittagszeit zu erledigen. Und zieh es durch. Man neigt sonst dazu, unschöne Dinge aufzuschieben und nach Ablenkungsstrategien zu suchen, die z. B. in Form von Candy Crush spielen, „nur mal kurz“ im Internet surfen oder Schuhe online shoppen aussehen können. Das kannst du genauso gut nach Feierabend oder in deiner Mittagspause machen, die du dir auch zu Hause fest einplanen solltest.

  1. Manche schwören auf die „Pomodore-Methode“

Wenn es mit dem „Durchziehen“ nicht so recht klappt, versuche es mit der Tomaten-Eieruhr, eine Erfindung aus den 80ern von Francesco Cirill und ein guter Tipp für das eigene Zeitmanagement. Wer die Tomaten-Eieruhr nicht zur Hand hat, kann natürlich jede Art von Timer nutzen. Sogar den virtuellen und diesen auf 25 Minuten setzen. In dieser Zeit konzentriert man sich auf die Erledigung einer Aufgabe und macht ausschließlich diese eine Sache, ohne sich von anderen Dingen, wie E-Mails beantworten oder Telefonate annehmen, abzulenken. Nach Ablauf der Zeit, ein 5-Minuten-Päuschen einlegen und dann wieder von vorne, wenn die Aufgabe noch nicht erledigt ist.

  1. Nichts geht mehr, aber alles muss

Kreativität, Ideenreichtum, Lösungen, Konzentration – alles Begriffe, die du kennst, aber heute scheinbar nicht von dir? Im Büro würde man sicherlich zwischendurch mal aufstehen und sich einen Kaffee holen oder mit Kollegen plaudern, um mal kurz auf andere Gedanken zu kommen. Auch zu Hause sollte man ab und zu den Platz verlassen und sich bewegen. Sich kurzzeitig mit etwas anderem beschäftigen kann manchmal die eine oder andere lang ersehnte Lösung hervorrufen.

 

Advertisements

2 thoughts

  1. Eine sehr beliebte Variante des Home-Office ist auch das Balvony-Office oder noch besser das Bett-Office 🙂 wobei du die damit zusammenhängende Problematik sehr gut beschrieben hast.
    Raus aus den Feldern, anziehen, Frühstück, office!

    Gefällt mir

    1. Leider habe ich keinen Balkon, dafür aber eine Badewanne..vielleicht eine weitere mögliche Variante: das Bathtub-Office ;-). Auch im Trend, Office-Sharing. Möchtest du deinen Balkon zur Verfügung stellen?

      Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s